EP: ACHILLES Musik, Lyrics, Komposition: Defer
Achilles kam mir 2022, kurz nachdem ich im Jahr zuvor einige Monate mit dem Tod gerungen hatte. Der Zorn des Achilles auf Agamemnon in Homers Epos „Die Ilias“ sowie die Schönheit des besungenen Helden erschienen mir in jener Zeit als überaus greifbar. Sowohl Achilles’ Verbindung zu den Mythen um Schlangen und Drachen, vermittelt durch seine mythische Mutter Thetis, als auch seine flüchtige und schwer fassbare historische Gestalt faszinierten mich. Denn diese Gestalt, zusammengesetzt aus Scheitern und Heldentum, Sterblichkeit und Unsterblichkeit, verlorenem Wissen und mythischer Überlagerung, spiegelt die zwei Seiten der menschlichen Natur wider. Diese beiden Seiten sind das materielle Molekulare und das immaterielle Nichtmolekulare. Kräfte, die in ständigem Wechselspiel zueinander stehen und stets danach streben, sich gegenseitig auszubalancieren: vom Chaos hin zur Harmonie, im Kampf wie in der Liebe, im Leben wie im Tod. Die Themen dieser EP spiegeln dies wider.

Coming up: Good Times Last (2009), Achilles (2022), The Muse (2022), Days Of The Forlorn (2001/2025)

„LIMINAL LOVE“ (2022)
Zu jener Zeit war ich von liminalen Räumen fasziniert und spürte den Wunsch, ein Lied über innere Reisen, Träume und die Vergänglichkeit des Liminalen zu schreiben. Etwas, das schwer fassbar erscheint, jedoch ein Tor zwischen verschiedenen Räumen öffnet.

„USED TO BE GOOD“ (2022)
Dies ist den Opfern von Menschen und ganzen Systemen gewidmet, deren deplatzierte Ideen als systemische und fehlgeleitete Gerechtigkeit camouflagiert sind. Die Botschaft lautet: Selbst der Überzeugteste der eigenen Rechtschaffenheit wird aufgrund der Natur der Realität der Wahrheit früher oder später ein inneres Umdenken erleben. Denn die Wahrheit braucht, mit ein wenig Glück, nur Zeit.


EP: MANTUA Musik, Lyrics, Komposition: Defer
Der Titel dieser EP kam mir während einer Zugfahrt von Venedig nach Verona im Jahr 2019 in den Sinn – genau in dem Moment, als ich gedanklich jene nächtliche, düstere und mystische Atmosphäre verarbeitete, die, wie ich empfand, vom Namen der Stadt Mantua ausging; einer Stadt, die ich besucht hatte, bevor ich weiter nach Padua und Venedig reiste. Das zentrale Thema ist die Vernetzung innerhalb der Mythologie: eine Vernetzung, die sich von Ost nach West erstreckt und in der sich uraltes Wissen, das längst verloren scheint, dennoch in Spuren wiederfinden lässt. Die EP beginnt mit dem Sternenlicht in „Forever“, geht über in die mythische Ebene von Ovids und Shakespeares Betrachtungen über den Einfluss der Kultur auf die wahre Liebe, taucht ein in die Waldatmosphäre der Eichenmythen, entführt den Hörer in die nächtliche Welt des Schwarzen Meeres – mit dem Drachen als Lockruf und Wegweiser – und klingt schließlich mit einem Hauch der Erzählungen der Alten aus.

Coming up: Loreland (2020)

„FOREVER“ (2021)
Dieses kleine Lied entstand im Frühjahr 2021 im Fluss einer einzigen Nacht. Es ist ein Gegenstück zu einem der allerersten Lieder, die ich je geschrieben habe, „Moments“ (1995). Letzteres war eine Klage über das Verblassen des Mondes (oder ursprünglich: über den Tod des Mondes) angesichts der metaphorischen Verdunklung der Sonne als lebendiges und intellektuells, geistiges Licht. 26 Jahre später spürte ich, dass sich die Perspektive gewandelt hatte. Der Mond versammelt, selbst in der Phase des Neumonds, wenn er im Dunkel liegt, nach wie vor seine Freunde um sich, die Sterne. Und so gibt es noch immer jenes kosmische Licht, das unsere Welt erhellt, wenn man nur den Blick nach oben und über das Sichtbare hinaus richtet, das uns zuruft: Du bist nicht allein.

„MANTOVA“ (2019)
Mantova’s thematischer Rahmen bildet das antike, von Ovid überlieferte Motiv von „Pyramus und Thisbe“, das sich später zu Shakespeares „Romeo und Julia“ wandelte. Dieses Intro auf der EP „Mantua“ ist ein Lied aus Julias Perspektive, angesiedelt in der Zeit, nachdem Romeo ins Exil nach Mantua gegangen ist. Julia wird von ihrem unmittelbaren Umfeld dazu gedrängt, einen anderen Mann zu heiraten. Sie beschließt daraufhin, einen Schlaftrunk einzunehmen; als Romeo sie findet, hält er sie für tot. Und so nimmt die Geschichte ihre tragische Wendung, die den wahren Liebenden die Vereinigung erst im Jenseits bestimmt, wenn alle Missverständnisse überwunden sind…

„THE ACORN“ (2019)
The Acorn wurde von der Idee inspiriert, dass Inspiration oft unsichtbar und doch zugänglich ist. Auch wenn die Informationen im Innersten einer kleinen Eichel für das menschliche Auge unsichtbar bleiben, birgt der winzige Samen dennoch die gesamte Information über den gigantischen Baum, der aus ihm entstehen kann – vorausgesetzt, er erhält genügend geeignete Zutaten wie Licht, Regen, Stickstoff, Wind und ein wenig Lebensliebe…

„THE HOSPITABLE SEA“ (2020)
Dieses Lied ist den Mythen um Feen und Drachen sowie jenen historischen Strömungen gewidmet, die von den Kulturen und Traditionen rund um das Schwarze Meer bis heute lebendig gehalten werden. Es lädt den Hörer dazu ein, jene oft übersehenen historischen Nischen kennenzulernen. Wunderschöne und inspirierende Schätze, die in den östlichen Regionen Europas und in Kleinasien beheimatet sind und sich durch Kunst, Gesang und Reigentänze über ganz Europa verbreitet haben. Hier liegt der Ursprung eines verloren geglaubten Wissens, das hinter dem Schleier weiterhin atmet, solange die Flamme der Inspiration entzündet bleibt.


EP: IMMANENCE Music, Lyrics, Composition: Defer
A potpourri of songs and ideas

„PERSIAN STORY“ (2013)
Ein Lied, das mir über die Freiheit der inneren Geschichte der Menschheit bei Überlegungen über Persien zufiel. Eine Geschichte, die sich durch die Höhen und Tiefen der Historie ausdrückt, gleich dem Wasser, das sich selbst durch die engsten Spalten von Steinen und Druck bahnt. Die innere Geschichte der Menschheit ist zutiefst subversiv, da die Evolution auf das Leben ausgerichtet ist, nicht auf das Sterben. Daher wird diese Geschichte der menschlichen Vorstellungskraft auch weiterhin neues Leben einhauchen.

„AUTUMN SOUL“ (2013)
Die trübe Herbststimmung und meine damalige Lektüre über Korea inspirierten mich dazu, diese Melodie aus der Perspektive von Wächtern einer märchenhaften Welt zu erschaffen. Manchmal können scheinbar disparate Inspirationselemente plötzlich etwas Drittes hervorbringen.

„ALWAYS ONE LOVE LEFT“ (2015)
Diese Songskizze wurde mit nur wenigen nachträglichen Overdubs spontan live aufgenommen und dabei unterbewusst von „I Know Him So Well“ aus dem Musical „Chess“ inspiriert. Lediglich ein kurzes Kanalisieren von Gefühlen; nichts allzu Ernstes.

„KLEINE WEISE“ (2009)
Ein kleines, luftiges, instrumentales Stimmungsstück.

„MOMENTS“ (composed 1995, provisorically recorded 2013)
Dies war eines der ersten Lieder, die ich in meinem Leben geschrieben habe. Es entstand während einer Zeit großer Verwirrung, als ich sechzehn war und wird in der Beschreibung meines Songs „Forever“ aus dem Jahr 2021 erwähnt.

„END OF AN ERA“ (2009)
Ein Instrumentalstück in einer Zeit des Wandels.

STORYDANCE
mit Kathrin (Piano, Lyrics) • 2014 – 2015

„IRISH HERITAGE“ (2015)
Song, Piano & Lyrics: Kathrin • Vocals & Production: Defer

„FLOWER OF EDEN“ (2015)
Song, Piano & Lyrics: Kathrin • Vocals & Production: Defer